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Was ist eine Patientenverfügung, verständlich erklärt

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Was ist eine Patientenverfügung?

von Roman Breitenbach, Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie

Eine Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, mit dem Sie im Voraus festlegen, welche medizinische Behandlung Sie in bestimmten Situationen wünschen und welche Sie ablehnen. Sie greift genau dann, wenn Sie Ihren Willen selbst nicht mehr äußern können, zum Beispiel nach einem schweren Unfall, im Koma oder bei fortgeschrittener Demenz. Ärztinnen, Ärzte und Angehörige sind in diesem Fall an Ihre Festlegungen gebunden.

Wann eine Patientenverfügung zum Einsatz kommt

Solange Sie selbst entscheiden können, zählt immer Ihr aktueller Wille. Erst wenn Sie einwilligungsunfähig werden und die betreffende Behandlung ansteht, kommt die Patientenverfügung zum Tragen. Das behandelnde Team prüft dann, ob Ihre Festlegungen auf die konkrete Situation zutreffen, und setzt sie um.

Was Sie in einer Patientenverfügung regeln

Der Inhalt richtet sich nach Ihren persönlichen Wertvorstellungen. In der Regel legen Sie fest, wie in bestimmten Situationen mit einzelnen Maßnahmen verfahren werden soll:

  • Wiederbelebung und künstliche Beatmung
  • künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
  • Schmerz- und Symptombehandlung, auch wenn sie das Bewusstsein dämpft
  • Antibiotika, Dialyse oder andere lebenserhaltende Maßnahmen
  • Ort der Behandlung sowie seelsorgerische oder persönliche Begleitung

Wichtig ist, dass Sie sowohl die Situation als auch die gewünschte oder abgelehnte Maßnahme möglichst konkret benennen.

Ist eine Patientenverfügung ohne Notar gültig?

Ja. Eine Patientenverfügung muss weder notariell beurkundet noch beglaubigt werden. Damit sie wirksam ist, genügt es, dass Sie volljährig und einwilligungsfähig sind, das Dokument schriftlich vorliegt und Sie es eigenhändig unterschreiben. Diese Voraussetzungen ergeben sich aus § 1827 BGB.

Viele Menschen glauben, sie müssten für eine Patientenverfügung zum Notar. Das ist nicht nötig. Sie können sie in Ruhe zu Hause erstellen, in Ihrem eigenen Tempo und mit den Menschen, denen Sie vertrauen.

Worauf es beim Ausfüllen ankommt

Pauschale Sätze wie „keine lebensverlängernden Maßnahmen” sind im Ernstfall oft zu unbestimmt und schwer umzusetzen. Je genauer Sie beschreiben, in welcher Situation welche Behandlung erfolgen soll, desto sicherer wird Ihr Wille später befolgt. Damit Ihnen das leichtfällt, erklären wir in unseren Video-Anleitungen jedes Feld verständlich und zeigen, was die einzelnen Entscheidungen in der Praxis bedeuten. Die passende Vorlage finden Sie bei der Patientenverfügung zum Ausdrucken. Einen Überblick, was in eine Patientenverfügung gehört, geben wir Ihnen in einem eigenen Beitrag.

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Die Patientenverfügung regelt die medizinische Behandlung. Sinnvoll ergänzt wird sie durch die Vorsorgevollmacht, mit der Sie eine Vertrauensperson bevollmächtigen, für Sie zu entscheiden, sowie durch die Betreuungsverfügung, mit der Sie vorschlagen, wen das Gericht im Bedarfsfall als Betreuer bestellen soll. Zusammen sorgen die drei Dokumente dafür, dass in Ihrem Sinne entschieden wird. Worin sie sich genau unterscheiden, lesen Sie im Beitrag Unterschied zwischen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

Halten Sie Ihre Patientenverfügung aktuell

Eine Patientenverfügung gilt ohne zeitliche Befristung, bis Sie sie widerrufen. Trotzdem ist es ratsam, sie etwa alle ein bis zwei Jahre erneut mit Datum und Unterschrift zu bestätigen oder nach einer wichtigen gesundheitlichen Veränderung anzupassen. So bleibt für alle erkennbar, dass Ihre Festlegungen weiterhin Ihrem Willen entsprechen.

Mit einer Patientenverfügung behalten Sie die Kontrolle über Ihre Behandlung, auch wenn Sie sich einmal nicht mehr äußern können. Sie ist schnell erstellt, kostet nichts und braucht keinen Notar. Entscheidend ist nur, dass sie klar formuliert und im Ernstfall schnell auffindbar ist.